Wir sind fast ständig unterwegs und bringen täglich über 38 km hinter uns, 2/3 davon im auto, ein Viertel im Zug und 44 % für die Freizeit. Diese Zahlen wurden im neusten „Mikrozensus Mobilität“ des Bundesamts für Statistik erhoben (1).

Diese Zahlen widerspiegeln unseren subjektiven Eindruck, wenn wir uns in überfüllten Zügen, in langen Fahrzeugkolonnen oder auf der Suche nach einem Parkplatz auf unserem Einkaufsbummel am Wochenende befinden. Und irgendwie wissen wir auch, dass das so nicht weitergehen kann. Neben volkswirtschaftlichen Negativeffekten, Umwelt- und Landschaftsschäden, ist wohl der tägliche Ärger das, was uns am nächsten geht.

Doch was sollen wir tun, wir, die im Durschnitt jährlich eine halbe Erdumrundung machen? Es gibt verschiedene Ansätze, von der Förderung alternativer Mobilitätsformen über die Flexibilisierung der Arbeitsmodelle bis hin zu finanziellen Steuermechanismen. Eine der grossen Schwierigkeiten besteht darin, dass unser Mobilitätsverhalten nicht einzig rationalen Argumenten entspringt, sondern in vielerlei Hinsicht das Erlebnis des Fahrens, des Konsumierens am Ziel und der Freude am Unterwegsseins mitspielen. Massnahmen, die umgesetzt werden, dürfen all diese Aspekte mitberücksichtigen, was es nicht viel einfacher macht.

Dafür brauchen wir neue Wege in der Mobilität, neue Experimente und Gelder, die uns dabei helfen, Massnahmen zu erkunden und umzusetzen. Dafür dient der Zukunftsfonds, den ich in meinem Wahlprogramm vorschlage und die Zukunftsministerin, die für die Umsetzung sorgt. 3-1-8.

P.S. Kleiner Denkanstoss: Wie viel sind wir bereit, für unsere fast uneingeschränkte Mobilität zu bezahlen? Wer ist zuständig, damit wir unser Mobilitätsansprüche befriedigen können? Zu welcher Änderung meines persönlichen Mobilitätsverhalten wäre ich bereit und unter welchen Umständen oder Bedingungen? Was würde ich tun, wenn mein Fahrzeug, das ich tagtäglich nutze für 1 Tag, 1 Woche oder gar 1 Monat einfach nicht nutzbar wäre?

(1) https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/mobilitaet-verkehr/personenverkehr/verkehrsverhalten.html (Zugriff 8.9.2019)

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